Was Sie über ALLERGIEN bei Hund wissen sollten   Was Sie über Allergien bei Katzen wissen sollten.
 

Eine Allergie (= Überempfindlichkeit) ist eine Erkrankung mit unterschiedlichsten Auswirkungen für einen Hund. Prinzipiell handelt es sich dabei um eine (überschießende) Reaktion des Immunsystems, die sich auf vielfältige Art äußern kann, jedoch für den Menschen nicht ansteckend ist.

Die wichtigsten Symptome beim Hund sind Juckreiz und im weiteren Verlauf sekundär auftretende, diverse Hautveränderungen. Die Ausprägungen können dabei stark variieren, so kann es sich bei einigen Hunden um eine relativ harmlose Erkrankung handeln, es kann jedoch auch vorkommen, dass die Symptome so schwerwiegend sind, dass sie zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität führen können.
 
Es gibt viele Arten von Allergien mit den unterschiedlichsten Auslösern und demnach auch verschiedene Therapieformen. Daher ist es unbedingt notwendig, die genaue Diagnose mit Hilfe spezieller Untersuchungen zu stellen. Häufigste Ursachen für Allergien bei Hunden sind Flöhe, Hausstaubmilben, Pollen und Bestandteile des Futters.
 

Erste Hinweise auf eine Allergie

1.) Zeitpunkt und Ort des Auftretens sind erste wichtige Hinweise. Sind die Symptome im Frühling und Sommer am stärksten, können Pollen der Auslöser sein. Ein  Auftreten der Krankheits-erscheinungen bis in den Spätherbst hinein kann ein Hinweis für eine Flohallergie sein.
 
2.) Eine Hausstaubmilbenallergie kann dagegen das ganze Jahr über auftreten - es könnte sich allerdings verschlimmern, wenn das Tier im Schlafzimmer schläft.
 
3.) Bei einer Futtermittelallergie kann  manchmal ein direkter Zusammenhang mit der Fütterung beobachtet werden, jedoch können die Beschwerden auch sehr verzögert, also erst Tage nach der Fütterung auftreten, was das Erkennen eines direkten Zusammenhangs oft erschwert.
Der Wechsel von einer Futtermarke auf eine andere oder von einer Geschmacksrichtung auf eine andere bringt in der Regel keine Besserung.

 
Ein gründliche Analyse der Lebensumstände des Tieres durch den Tierarzt ist hier der Einstieg in die Allergiediagnostik. Da auch andere Erkrankungen zu Juckreiz und Hautveränderungen führen können, wird Ihr Tierarzt mit einigen  Untersuchungen versuchen, diese auszuschließen.

Welche Untersuchungen sinnvoll sind, wird ihr Tierarzt anhand der Art der Veränderungen entscheiden. Es können z.B. Tupfer-, Abklatsch- oder Haarproben im Hinblick auf Bakterien oder Pilze
genommen werden, Hautgeschabsel zur Untersuchung auf Hautparasiten oder Hautstanzen zur weiteren Abklärung ins Labor gesandt werden. Manche Erkrankungen können auch mittels Blutuntersuchungen abgeklärt werden. Wenn alle übrigen Erkrankungen ausgeschlossen sind, wird ihr Tierarzt weitere Schritte der Allergiediagnostik unternehmen.


Es werden im Wesentlichen zwei Testverfahren unterschieden:

Hauttests

Dabei werden dem Tier verschiedene Allergene (Pollen, Hausstaubmilben,...)
in die Haut injiziert und anhand der Veränderung der Injektionsstelle kann der Tierarzt feststellen, ob eine allergische Reaktion auf die jeweilige Substanz vorliegt.
    
Bluttests

Bei manchen Allergien treten sogenannte Antikörper gegen die verursachende Substanz (Allergene, d.h. Stoffe, die Allergien auslösen) im Blut auf. Diese Antikörper können im Blut nachgewiesen werden. Daher benötigt ihr Tierarzt für diese Art von Allergietest eine Blutprobe Ihres Tieres.

Keiner der Tests kann universell eingesetzt werden. Ihr Tierarzt wird den für ihr Tier geeigneten Test auswählen und kritisch bewerten.
 

Besonderheiten

Einen Sonderfall stellt die Futtermittelallergie dar: Diese ist eine schwierig zu diagnostizierende Erkrankung. Das liegt daran, dass das Immunsystem des Magen-Darmtrakts auf unterschiedliche Art reagieren kann. Eine sichere Diagnose ist mit einer so genannten "Ausschlussdiät"  (Eliminationsdiät) möglich. Sie erfordert jedoch 100%ige Konsequenz des Tierbesitzers und ist vor allem in Haushalten mit kleinen Kindern, älteren Menschen oder mehreren Tieren schwierig durchzuführen.
 
Für die Diagnose sowie für die spätere Behandlung ist es aber unbedingt erforderlich, dass andere Futtermittel - als die vom Tierarzt verordnete Diät - streng verboten sind, im Sinne der Gesundheite ihres Tieres. Bei dieser Diät muss dem Tier für bis zu zwei Monate entweder ein Spezialfuttermittel, welches nur über den Tierarzt erhältlich ist, oder eine hausgekochte Diät, über die Sie Ihr Tierarzt beraten wird, gefüttert werden.
 
Wenn die Symptome während der Diät verschwinden, war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Bestandteil des alten Futters für die Erkrankung verantwortlich. Im Anschluss daran kann das ursprüngliche Futtermittel wieder ausprobiert werden, ein Wiederauftreten der Symptomatik beweist dann das Vorliegen der Futtermittelallergie.
 
Mit einer Blutuntersuchung können zusätzlich die - auf verschiedene Futtermittel - gebildeten Antikörper nachgewiesen werden. Diese Untersuchung hilft Ihnen und Ihrem Tierarzt die geeigneten Futtermittel für eine Diät auszuwählen. Es gibt jedoch auch Formen einer Futtermittelunverträglichkeit, die nicht allergisch bedingt sind, d.h. es werden keine Antikörper gebildet; in solchen Fällen kann ausschließlich eine Diät zu einer Diagnose führen.
 

Die Allergene sind bekannt - was tun?

Vermeidung der auslösenden Allergene ist die geeignetste Therapie. Bei einer Floh- oder Futtermittelallergie ist das auch relativ einfach. Im Falle einer Pollen- oder Hausstaubmilbenallergie kann man die Auslöser der Allergie jedoch meist nicht vermeiden. Bei Allergien, die dem Tier nur über eine kurze Zeit im Jahr Beschwerden bereiten, können verschiedene Medikamente in dieser Zeit Abhilfe schaffen. Bei ganzjährigen Symptomen sind die Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie jedoch zu schwerwiegend, daher sollte in diesen Fällen eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) in Betracht gezogen werden.   

Für die spezifische Immuntherapie werden, basierend auf dem Ergebnis eines Allergietests, speziell für Ihren Hund individuelle Behandlungslösungen hergestellt. Diese enthalten geringe Mengen der Allergene, auf die ihr Haustier allergisch reagiert. Dem Tier werden diese verantwortlichen Allergene über Wochen in steigenden Konzentrationen und Intervallen injiziert.

Bei den meisten Hunden führt diese Behandlung zu einer höheren Toleranz gegen die krankheits-auslösenden Allergene mit dem Ergebnis, dass Ihr Hund sich in seiner Umgebung wieder wohl fühlt. Verbesserungen können oft schon nach wenigen Wochen, in einigen Fällen aber auch erst nach Monaten auftreten. Bei über 70% der Tiere bewirkt diese Therapieform eine deutliche Verbesserung oder gar ein komplettes Verschwinden der Symptomatik.   

Da Allergien jedoch nicht heilbar sind, sollte eine spezifische Immuntherapie bei gutem Erfolg über Jahre hinweg - unter Umständen lebenslang - beibehalten werden. In seltenen Fällen kann es zu Nebenwirkungen kommen, die sich i.d.R. aber nur in einer kurzfristigen, leichten Verschlimmerung der Symptome äußern und mit einer Dosisanpassung durch Ihren Tierarzt in den Griff zu bekommen sind.

Es muss jedoch bedacht werden, dass es sich bei einer Allergie um eine lebenslange Erkrankung handelt, die generell nicht geheilt und auch vererbt werden kann. Nur die genaue Kenntnis
der auslösenden Substanzen, die Vermeidung dieser Allergene und eine spezifische Immuntherapie können dazu beitragen, die Lebensqualität Ihres Hundes deutlich zu verbessern. Zusammen mit ihrem Tierarzt wird es Ihnen gelingen, eine Diagnose und somit ein optimale Lebensqualität für Ihr Tier zu erreichen.
  

Symptome



Am häufigsten treten erste Anzeichen bei Hunden im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren auf.
 
Eine Ausnahme stellt die Futtermittelallergie dar, die auch schon bei Welpen oder bei sehr alten Hunden auftreten kann.

Hunde aller Rassen können an Allergien erkranken, da die Veranlagung dazu aber auch vererbt werden kann, sind einige Rassen wie z.B. WHWT, Boxer, Retriever, Deutscher Schäferhund unter Umständen stärker betroffen.
Das erste auffällige Anzeichen ist heftiger Juckreiz. Haut- und Fellveränderungen wie Rötungen, Krusten, haarlose Stellen o.ä. treten in der Regel erst nach dem Juckreiz auf. Sie entstehen durch das Kratzen und sind häufig mit Bakterien infiziert.
Besonders im Gesichts- und Pfotenbereich (v.a. Zwischenzehenbereich) werden diese Veränderungen beobachtet, es kann jedoch auch zu chronischen Ohrenentzündungen kommen.
Bei der Flohallergie ist die Erkrankung meist auf den hinteren Teil des Hundes und den Schwanzansatz beschränkt.
Bei einem - auf Futtermittel - allergischen Tier können manchmal zusätzlich - oder auch als alleinige Symptome - Durchfall, Erbrechen und häufiger Kotabsatz beobachtet werden.
    

 

 

 

 

 


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